Kirche St. Peter und Paul

Seit dem Bestehen der alten Kirche (1905) auf der „Leopoldshöhe“ (heute Stadtbibliothek Weil) war die katholische Pfarrgemeinde vor allem nach dem zweiten Weltkrieg rasant gewachsen und in den Ortsteilen Haltingen (St. Maria, 1937) und Friedlingen (Guter Hirte, 1957) neue Kirchen entstanden. So befand sich die bisherige Kirche im Lauf der Zeit fast am Ortsrand, und der Wunsch nach einem Kirchenneubau im Zentrum von Weil wurde immer stärker.
Geplant durch das Architekturbüro Dipl. Ing. J. Birkner (Freier Architekt BDA, Lörrach) als oktogonaler Sakral-Bau wurde St. Peter und Paul am 25. Juni 1989 durch Erzbischof Dr. Oskar Saier eingeweiht in der künstlerischen Ausgestaltung von Prof. Emil Wachter, Karlsruhe (Farbfenster 1988 - 1990, Altarwand 1994). Seither lädt die achteckige Kirche an der Rudolf-Virchow-Strasse 8 in Weil am Rhein Einwohner wie Reisende zur Rast, zum Innehalten und sich Besinnen unter ihr zeltartiges, blaues Dach.
Nicht nur von aussen, sondern auch im Innenraum dominiert die Farbe blau und lässt das Licht durch ihre Glasfenster freundlich, frisch und zuversichtlich scheinen.
Die großen dreiteiligen Fenster zeigen Szenen aus dem Leben der Kirchenpatrone Petrus (links) und Paulus (rechts).
St. Odilia, die Schutzheilige des Elsaß, St. Fridolin, der Apostel der Alemannen, und St. Gallus, Apostel der Schweiz, repräsentieren in den Fenstern des Chor-Sektors das Dreiländereck.
Das Oberlichtband mit den Reben in den vier Jahreszeiten schliesslich greift die Bildrede Jesu vom Weinberg auf und verweist auf den traditionellen Weinanbau im Markgräflerland.
Der achteckige Grundriß der Kirche in Analogie zum elsässischen karolingischen Ottmarsheim verweist auf Ostern (Gott erschuf die Welt "in 7 Tagen", aber am 8. Tag erfolgte eine völlige Neuschöpfung durch die Auferweckung seines Sohnes, Jesus Christus) und versinnbildlicht damit auch die theologische Konzeption der Kirche, die auf der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils beruht.
Die Gemeinde versammelt sich im 2/3 - Kreis um die Mitte des Gottesdienstes, den Altar, der mit dem Ambo eine Einheit bildet. Jesus, einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen schließt den offenen Ring.
Die Sakramentskapelle hinter der Altarwand ist der "Raum der Stille" und birgt den Tabernakel. Kirchenchor und Organist sind in die Gemeinde integriert.